Konflikt: im Arbeits- wie im Privatleben ein absoluter Horror

Ich habe ca. ein Team von 150 Personen, welche in sehr vielen unterschiedlichen
Bereichen für meine Organisation tätig sind. Diese Menschen sind so motiviert, dass
es mir eine Freude macht, mit ihnen zu arbeiten. Mit Ausnahme der Situationen in
denen wirkliche Konflikte entstehen. Manchmal bin ich Teil des Konfliktes, manchmal
stehe ich zwischen zwei Konfliktpartien, manchmal bin ich der auslösende Grund,
manchmal bin ich der Friedensstifter. Egal wie oder warum der Konflikt auftritt, dieser
ist jedesmal für mich sehr belastend und kostet mich im nachhinein viel Zeit und
Energie um auf mein normales Gemütslevel zu kommen. Da dies auf Dauer sehr
anstrengend war und ist, entschloss ich mich mit dem Thema Konflikt genauer zu
beschäftigen.

Bin bei Aus- und Weiterbildung immer sehr gespannt, was ich an neuen Inputs
mitnehmen kann. Bei diesem Thema war es für mich easy, egal welcher Input kommt,
dieser wird mich auf jedenfall weiterbringen.

Nach zwei Monaten kann ich sagen, zuhause laufen die Konflikte schon mal etwas
geordneter ab und ich nehme Konflikte auch entspannter wahr, denn ohne geht es ja
nicht, außer ihr entscheide mich zum Einsiedlerleben. Selbst dann kommen die
Konflikte mit mir selbst, weil das Teuferl und das Engerl auf meiner Schulter
unterschiedlicher Meinung sind.

 

Aus der Ausbildung nehme ich mir ein paar wichtige Punkte mit:

1. der Konflikt ist nicht das Problem, sondern der Umgang mit dem Konflikt. Für mich
eine sehr wichtige Erkenntnis, da dies meine Einstellung zum Konflikt verändert und
gleichzeitig meinen Fokus auf den Umgang gestärkt hat.

2. Konflikt ist für eine Weiterentwicklung notwendig. Ich habe dadurch bemerkt, dass
ich in meinen Gremien und Teams auch dringend Menschen benötige, die eine
Meinung gegenüber den Teamleadern und Vorständen äußern können und wollen.
Sofern eine Basis des Vertrauens geschaffen wurde.

3. Besonders spannend fand ich den Bereich Gesprächstechniken und Moderation
und hier speziell das Re-Framing. Klingt beim Lesen alles total logisch, nur in der
konkreten Konfliktsituation hätte ich dies noch nie wirklich eingesetzt. Das Re-Framing
könnte mir teilweise den Stress nehmen, da die Sache um die sich der
Konflikt dreht in einem größeren Kontext dann möglicherweise gar nicht mehr so
wichtig erscheint. Stehe ich zwischen zwei Parteien, dann ist das Re-Framing für mich
insofern wichtig, da jeder der Beteiligten das Konfliktthema aus einer anderen Sicht
wahrnimmt und dadurch auch eine andere Wichtigkeit einnimmt.

Ich hoffe sehr, mit diesem Einstieg in dieses Thema mir etwas den Stress in
Konfliktsituation nehmen zu können, auftretende Konflikte im Ansatz schon gut
aufzufangen und den Konflikt per se als eine Chance der Weiterentwicklung zu sehen.
Wie oben schon beschrieben im Privaten geht es schon ganz gut, am zweiten
Arbeitstag kommt die Bewährung im Berufsleben. Ich habe mir hier sicherheitshalber
gleichmal einmal eine Besprechung mit ordentlich Konfliktpotenzial vereinbart, das
Gelernte will ja auch umgesetzt werden.

Ich bin schon auf das Buch von Th. W. Albrecht, „Besser streiten“, gespannt.

Ps: Die Videos auf der Lernplattform finde ich gut.

Kurs: Konfliktmanagement und Mediation
Autor*in: Bernhard K.

am 23.11.2023 von Studienberatung erstellt