Meine Empathie in der Pflege

Unter Empathie versteht man die Fähigkeit/Bereitschaft Empfindungen, Emotionen,
Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu
verstehen und nachzuempfinden.1

Sie setzt sich aus vier Säulen zusammen: es geht um Wahrnehmung (Wie geht es der
anderen Person?), Verständnis (Warum geht es der anderen Person so?), Resonanz (Wie
reagierst du auf die Gefühlslage der anderen Personen?) und Antizipation (Wie wird sich
die Person in Zukunft verhalten? Was wird sie als nächstes machen?).2
Empathie ist für mich eine sehr wichtige Fähigkeit um in der Pflege eine ganzheitliche
Betreuung des Patienten durchführen zu können. Sowohl für den Patienten, als auch für
die Pflegeperson ist eine funktionierende empathische Kommunikation eine wertvolle
Erfahrung.

In der Pflege ist es sehr wichtig die Patienten zu verstehen und das mit all ihren Sorgen,
Ängsten und Anliegen. Denn nur so kann man auf die aktuelle psychische Situation
eingehen und sie gemäß ihrer Bedürfnisse individuell und einfühlsam behandeln.
Empathie ist ein wichtiger Grundstein für eine gelungene Kommunikation und somit die
Basis einer guten Beziehung zu den Patienten.

Und diese Beziehung führt zu einer Nähe zum Patienten. Ich habe das Glück, dass ich
mich von meinem Beruf am Ende des Tages meist gut abgrenzen kann. Täglich hat man
es mit einer Vielzahl an negativen Emotionen zu tun die man verarbeiten muss. Natürlich
denke ich nach aufregenden Tagen am Abend auch noch über meine Erlebnisse im Job
nach, jedoch vereinnahmen mich diese Gedanken nicht. Und es ist sehr wichtig
Berufliches von Privatem trennen zu können. Ohne Abgrenzung könnte man, meiner
Meinung nach, als empathischer Mensch in der Pflege nicht überleben.

In meiner Arbeit als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin erlebe ich tagtäglich
viele Menschen die mich mit den unterschiedlichsten Emotionen konfrontieren. Das
können die Patienten und deren Angehörige, aber auch die Kollegen sein. Es fühlt sich oft
wie eine emotionale Achterbahnfahrt an. Zum Beispiel freut man sich in der einen
Sekunde mit einem Patienten, der eine gutes Untersuchungsergebnis bekommen hat,
verlässt das Zimmer und am Gang steht vor einem ein anderer Patient dem die Tränen
bereits in den Augen stehen. Dies führt oft zu einem emotionalen Stress. Besonders
dann, wenn man gerade unter Zeitdruck steht. Denn ohne Beobachtung und
Kommunikation mit den Patienten fehlen die notwendigen Informationen um ihr Verhalten
zu verstehen.

Und auch wenn man die Hintergründe für ihr Verhalten versteht, ist es oft schwierig die
angemessene Empathie aufzubringen, da der Krankenhausalltag dies aus zeitlichen
Gründen nicht zulässt. Es fehlt die Zeit um zu helfen und man hat das Gefühl den
Patienten im Stich zu lassen.

Es ist wichtig Wege zu finden, wie man seine eigene Psyche nach solchen Tagen erholt
und noch besser ist es Wege zu finden sie zu stärken.

Die Kurse Gesundheitspsychologie, Resilienz und Konfliktmanagement waren eine
perfekte Kombination für mich. Um ein paar Bespiele zu nennen, habe ich Ansätze gelernt
um den Stress besser verarbeiten zu können, verstehe meine Resilienz besser und hoffe in Zukunft mehr Konflikte nicht eskalieren zu lassen, sondern schon im Keim ansprechen
zu können.

Ich hoffe, daraus viel in Zukunft in privaten und beruflichen Belangen anwenden zu
können.

1) https://de.wikipedia.org/wiki/Empathie (aufgerufen am 13.01.2023)
2) https://studyflix.de/biologie/empathie-3747 (aufgerufen am 13.1.2023)

Lehrgang: Diplomierte*r Resilienz- und Stressmanager*in
Autor*in: Susanne R.

am 12.04.2024 von Studienberatung erstellt