Veganmania Donauinsel 2019 Gewinnspiel: Wir gratulieren den Gewinnern!

Zwei Tage auf dem größten veganen Sommerfest liegen hinter uns und in diesem Sinne möchten wir uns für die rege Teilnahme an unserem Gewinnspiel und die vielen tollen Gespräche mit euch bedanken. Es fiel uns nicht leicht einen Gewinner zu eruieren, da viele eurer Gründe bei uns eine Ausbildung absolvieren zu wollen, herausragend waren. Dahingehend haben wir beschlossen aufzustocken und dürfen nun folgende Personen als zukünftige Studenten bei uns begrüßen:

  • Gerald Sartory, der durch den Umstieg auf eine vegane Ernährung eine schwere Krankheit besiegen konnte.
  • Nadine Tonino, die sich als Ziel gesetzt hat, die vegane Szene in Salzburg zu vergrößern.
  • Harald Wimmer, der bereits seit langer Zeit den veganen Stammtisch in Mödling organisiert und sein Wissen kontinuierlich erweitern möchte.
  • Carmen Kunz, die eine berufliche Neuorientierung anstrebt und mit ihrer weltoffenen Art begeistert hat.
  • Christoph Sochor, Aktivist bei „Anonymous for the Voiceless“, der durch die Ausbildung seine Outreach-Argumente erweitern möchte.
  • Rebecca Mühl, die bereits seit ihrem 15. Lebensjahr vegan lebt und zukünftig Menschen bei der Umstellung auf eine gesunde, ausgewogene und vegane Ernährung unterstützen will.
  • Tanja Altenhofer, für die der Veganismus die Zukunft ist und sie ebenfalls Menschen bei einem Umstieg hilfreich unter die Arme greifen möchte.
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    Zusätzlich haben wir als Dankeschön noch zahlreiche Einzelkurse verschenkt, da wir uns über jede einzelne Person freuen, die dadurch zu einer gesünderen und tierleidfreien Welt beiträgt. Alle Gewinner wurden per E-Mail verständigt.

    Tierschutz-Sponsoring: Akademie für Gesundheitsberufe Wien vermittelt Lebensplätze für 45 Hühner!

    Wie alles begann …

    Im Juni 2018 erfuhren wir von 45 Hühnern, die geschlachtet werden sollten, weil sie eine Legepause hatten. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir nur wenig über die Legephasen einer Henne und, dass diese nach zirka einem Jahr geschlachtet werden, um gegen jüngere Hühner ausgetauscht zu werden, weil sie nicht mehr genug Eier legen, um wirtschaftlich rentabel zu sein.

    Wir konnten die Besitzer der Hühner davon überzeugen, dass es besser sei einen Lebensplatz für die 45 Hühner zu finden, die bisher in Bodenhaltung lebten. So begann der Wettlauf gegen die Zeit. Binnen einer Woche mussten die Hühner abgeholt werden und wir suchten auf allen uns bekannten sozialen Medien nach tierlieben Menschen, die bereit waren Hühner aufzunehmen, die nur noch wenige Eier legten … und glaubt uns, es ist nicht so leicht solche Menschen zu finden.
     

    Was ist Karnismus?

    Wir wundern uns doch sehr, dass man von Hühnern, Kühen, Schweinen usw. – sogenannten Nutztieren – immer eine Gegenleistung erwartet. Kein Hunde- oder Katzenbesitzer stellt sich die Frage, was er von seinem kuscheligen Freund für eine Gegenleistung im Austausch gegen Futter und einen Lebensplatz zu erwarten hat.
    Wer sich genauer mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem empfehlen wir die Vorträge von Dr. Melanie Joy zum Thema Karnismus.
     

    Die geretteten Hühner in ihrem neuen Zuhause.

    Kooperation mit Verein Rette dein Huhn

    Im Laufe der Suche wurden wir auf Nina Hofstädter aufmerksam, die den Verein Rette dein Huhn in die Welt gerufen hat und damit schon unzähligen Hühnern dazu verholfen hat, das erste Mal in ihrem Leben, die Sonne sehen zu dürfen und in Freiheit die Wiese unter ihren Füßen zu spüren.

    Danke an Nina auch für die ausführlichen Infos über die Bruderaufzucht, die eigentlich nur das Gewissen der Konsumenten beruhigen soll. Bei der Bruderaufzucht werden die Hähne nicht mehr wie üblich sofort vergast oder geschreddert, sondern zu Tausenden, zwölf Wochen lang gemästet und dann geschlachtet. Ob diese Lösung besser ist, ist Ansichtssache, es beruhigt aber auf jeden Fall das Gewissen vieler Menschen die Bio-Eier kaufen.

    Die Akademie für Gesundheitsberufe Wien freut sich über die Kooperation mit dem Verein Rette dein Huhn und spendet ab August 2018 für jeden verkauften Lehrgang im Gesundheitsbereich € 25,- an den Verein. Wir freuen uns, damit einen kleinen Teil zur ehrenamtlichen Arbeit von Nina und ihrem Team beitragen zu können.
     

    Ist Bio die Lösung der Massentierhaltung?

    Ich kaufe nur Bio-Tierprodukte und ist das in Ordnung? Es gibt keine Bio-Schlachtung. Stress und Schmerzen der Schlachtung unterscheiden sich nicht zwischen biologischer und konventioneller Tierhaltung, selbst wenn die Transportwege im Bio-Bereich etwas kürzer sind. Dennoch bleiben Stress und Angst des Transportes und der Schlachtung für die Tiere identisch. Auch bei der Haltung versucht die biologische Tierhaltung lediglich, das Leid zu mindern, sofern dies praktisch und wirtschaftlich möglich ist. Trotzdem bleiben viele Faktoren der Haltung leidbesetzt. Auch Bio-Tiere dürfen nur leben, solange sie wirtschaftlich nützlich sind.

    Die meisten Menschen sind der Ansicht, dass Tiere vor Tierquälerei geschützt werden sollten und sind gegen Massentierhaltung oder Tiertransporte. Auf das zunehmende Bewusstsein in der Bevölkerung für den Horror der Intensivtierhaltung reagieren Unternehmen, indem sie ihre Produkte mit Kennzeichnungen versehen, die beruhigende Begriffe wie „Bio“, „Freilandhaltung“, „artgerecht“ oder „natürlich“ tragen.

    Diese Kennzeichnungen mögen Bilder von Tieren heraufbeschwören, die auf grünen Weiden frei herumlaufen, aber die Realität des Lebens und Sterbens dieser Tiere sieht ganz anders aus. Denn auch wenn diesen Tieren etwas mehr Bewegungsraum als in der konventionellen Nutztierwirtschaft zugestanden wird oder ihnen kein Tiermehl oder Antibiotikum verfüttert wird, bedeutet das noch lange keinen Gewinn an Lebensqualität. Und auch das Ende des Lebens in der Eierproduktion bestimmt der Profit: Legt ein Bio-Huhn nicht mehr genügend Eier um wirtschaftlich rentabel zu sein, wird es zum Schlachter transportiert. Hühner können in der Natur ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen – als Legehuhn wird es jedoch nicht älter als ein bis zwei Jahre.

    Und an dieser Stelle ist es auch an der Zeit, mit der Vorstellung von humanen Schlachthöfen aufzuräumen. Tatsächlich werden Tiere aus Bio- oder Freilandhaltung zu denselben Schlachthöfen gekarrt, in denen auch Tiere aus der Intensivtierhaltung getötet werden. Und in folgender Hinsicht sollte man sich keine Illusion machen: Ein gewaltloses Töten kann es nicht geben und geschieht notwendigerweise gegen den Willen eines jeden Tieres. Die Vorstellung eines humanen Schlachtens ist, als würde man sagen, Kinder schlagen sei okay, aber bitte nicht ganz so fest.

    Es stimmt: Es gibt diese Höfe, in denen Hühner frei im Boden scharren, in denen Kühe auf einer Wiese stehen – die industriellen Bio-Höfe, die unsere Supermärkte beliefern, produzieren jedoch in so großem Stil, dass ein solcher Luxus für die Tiere nicht möglich ist – und er ist auch nicht vorgeschrieben. Es ist an der Zeit, dass wir aufhören, uns hinter so absurden Begriffen wie „artgerechter Haltung“ – denn artgerecht ist nur die Freiheit – zu verstecken. Denn was das Bio-Siegel nicht macht: Es befreit Tiere nicht vom Status Ware. Es erlaubt Tieren keine Existenzberechtigung außerhalb des menschlichen Profitfensters.

    Ein sehr informatives Video zum Thema ist auch dieses Interview mit Jonathan Safran Foer (enthält keine grausamen Bilder).

    Wir danken allen Menschen die den Beitrag geteilt haben und so dazu beigetragen haben 45 wertvolle Leben zu retten und natürlich der Dame, die nicht namentlich genannt werden will, die den Hühnern einen Lebensplatz geschenkt hat in einem großen Obstgarten, den sie auch schon freudig erkunden.

    Ein Beitrag von Irmi Hinterberger & Klaus Forster, Juli 2018