Schatz, wir müssen reden …

Diese Aussage lässt meist nichts Gutes erahnen und ist oft der Beginn eines
bevorstehenden Konfliktes. Doch seit meiner Bildungskarenz hat dieser in
Beziehungen gefürchtete Satz eine ganz andere Bedeutung für mich und meinen
Partner bekommen.

Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit wählte ich u.a. die Kurskombination
„Kommunikation für Führungskräfte“ sowie „Konfliktmanagement und Mediation“.
Dass ich mir jedoch so viel für mein privates Leben mitnehmen kann, konnte ich
davor nicht erahnen.

Zu Beginn verdrehte mein Partner gern mal die Augen, wenn ich ihn euphorisch mit
theoretischen Inhalten überschüttete und berichtete, dass ich versuchen möchte
Dinge umzusetzen. Voller Motivation versuchte ich Stück für Stück einige erlernte
Tools und Tipps in meinen Alltag einzubauen. Schon nach kurzer Zeit war mir so
bewusst wie noch nie, wie sehr die Kommunikationsfähigkeit das Miteinander, die
Qualität unserer Beziehungen, ja unser gesamtes Leben, beeinflusst: Wie
energieraubend es eigentlich ist nicht die richtigen Worte zu finden, sein Gegenüber
damit nicht zu erreichen und wie schnell dadurch Missverständnisse und Streitereien
entstehen können. Und wie unbeschwert, leicht und einfach genau das Gegenteil
sein kann. Es steigert unsere Zufriedenheit und Lebensqualität enorm!

„Beim Reden kommen d’Leut zam“

Dieser Redewendung stimmte ich immer zu. Ich rede selber sehr gerne und viel,
doch trotzdem muss ich gestehen, dass ich das Ausmaß der Wichtigkeit von richtiger
Kommunikation unterschätzt habe. Durch viel Selbstreflexion stellte ich fest, dass ich
meine Kommunikation bis dato nicht wirklich auf mein Gegenüber angepasst und
deshalb oft die falsche Wortwahl getroffen habe.

Nun ist mir bewusst, dass nicht durchs Reden alleine die Leute zusammenkommen,
sondern dass es von Nöten ist, dieselbe Sprache zu sprechen. Dass diese Sprache
möglichst klar und eindeutig sein soll, unvoreingenommene ICH-Botschaften sowie
viele offene Fragen beinhalten soll. Das unterstützt die Verständigkeit untereinander
enorm. Wie praktisch, dass man im Fall der Kommunikationsfähigkeit tagtäglich im
Alltag üben, sich herantasten, ausprobieren und lernen kann.

Eines Tages bemerkte auch mein Partner, dass unsere Meinungsverschiedenheiten
schneller, konstruktiver und einfacher geklärt werden können. Haben wir uns etwa
„zusammengerauft“? Nein, wir verstehen jetzt einfach besser was der andere sagen
will, unsere Sprache ist klarer und beinhaltet weniger Vorwürfe. Die Fronten
verhärten sich dadurch nicht ganz so schnell, was bei uns beiden Sturköpfen nämlich
gerne mal vorkommt. Klar lassen sich nicht alle Unstimmigkeiten vermeiden, das
soll es aber auch nicht.

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr

Ich bin Mutter eines bald 2-jährigen, quirligen und willensstarken Jungen. Es wird
bzw. ist bereits jetzt eine große Herausforderung richtig mit ihm zu kommunizieren,
ihm mit Empathie Grenzen zu setzen ohne vorwurfsvoll oder sogar lautstark Verbote
zu äußern, welche zwangsläufig zu einem Konflikt führen würden.
Zugegebenermaßen ist das alles nicht immer einfach, doch ich möchte ein gutes
Vorbild sein und ihm zeigen, was gute Kommunikation und ein respektvoller Umgang
während eines Konfliktes ausmachen, dazu gehören auch richtiges Zuhören und
Feedback geben.

Ja, es bedarf noch viel Übung und Arbeit eine gute Kommunikations-sowie
Konfliktfähigkeit zu entwickeln. Diese Kurse haben mir meinen Horizont erweitert und
definitiv eine gute Basis für ein lebenslanges Lernen ermöglicht. Denn zum Glück
handelt es sich nicht um eine Gabe die einem in die Wiege gelegt wird, sondern
worin man sich tatsächlich weiterentwickeln kann.

Lehrgang: Diplomierte*r Konfliktmanager*in & Mediator*in
Autor*in: Caroline W.

am 12.01.2024 von Studienberatung erstellt