Wiedereinstieg ins Berufsleben nach Elternzeit

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Elternzeit ist meiner Meinung nach nicht
immer ganz so leicht. Viele Mütter haben das Gefühl sich zerreißen zu müssen zwischen
Job und Kindern. Ich habe meine Elternzeit mit einer Bildungskarenz verlängert. Wollte
ursprünglich schon nach einem Jahr wieder Arbeiten gehen, doch die Kinderbetreuung
durch andere ließ dies nicht zu. Hätte mir das alles vor dem Mutter sein viel leichter
vorgestellt.

Der Spagat zwischen Familie und Arbeiten ist enorm, überhaupt wenn man aus der
Familie keine wirkliche Unterstützung hat. Doch fast alle Mütter schaffen ihn, mit oder
ohne Unterstützung. Aber welche Kompromisse muss man dafür eingehen.
Mich hat das Muttersein in meinen Grundfesten stark verändert, dies geht nicht nur mir
so. Es stellt deine bisherigen Werte in Frage und dein ganzes Leben auf den Kopf.
Manchen Frauen fällt es schwerer , anderen fällt es leichter sich in ihrer neuen Rolle
zurecht zu finden. Ich bin manchmal etwas erschöpft, doch glücklicher und fokussierter
also vorher. Für mich fühlt es sich ganz selbstverständlich an Mutter zu sein, als hätte
ich nie etwas anderes gemacht.

Das Leben mit einem Kind relativiert sehr viel und man bekommt einen anderen
Blickwinkel – auch auf die Arbeitswelt. Meiner Meinung nach sollten Mütter die
Elternzeit auch dafür nutzen, um herauszufinden, was sie beruflich danach wirklich tun
wollen. Dafür ist die Bildungskarenz perfekt. Man verlängert die Zeit Zuhause und kann
sich neu orientieren.

In der ersten Zeit hab ich das Arbeiten sehr vermisst und dachte auch ich könnte
vielleicht gleich wieder einsteigen. Dies war mir auf Grund der noch immer schlechten
Möglichkeit für die Kinderbetreuung nicht möglich. Im Nachhinein bin ich sehr froh,
jetzt genieße ich die Zeit sehr Zuhause. Mich hat es nur sehr verwundert, dass es noch
immer so schwierig ist ein leistbaren Kinderbetreuungsplatz zu finden. Diese Situation
macht es den Frauen noch schwerer in die Berufswelt wieder einzusteigen.

Ich denke, dass in den meisten Fällen nicht der Druck von dem Arbeitgeber belastet
vielmehr sind es die eigenen Erwartungen, die wir Frauen an uns stellen, diese setzen
uns enorm unter Druck. Wir Frauen wollen dem Bild der „perfekten“ Frau entsprechen –
Beruf und Familie mit einem Lächeln und einer Leichtigkeit unter einem Hut bringen.
Doch in den meisten Fällen ist dieser Perfektionismus leider oft nicht zu vereinbaren mit
der Realität. Wir Frauen sind einfach Frauen, die einen Job haben und einen Familie.
Und das klappt manchmal besser und manchmal schlechter. Was wir heute meiner
Meinung nach brauchen, ist ein neues Frauen- und Mutterbild. Ein Großteil der Probleme
die das Leben als berufstätige F rau so schwierig macht findet in unseren Köpfen statt.
Dies habe ich selbst bei mit miterlebt. Man sollte sich immer vor Augen halten es gibt
kein Falsch und kein Richtig sondern nur das was der eigenen Familie und einem selber
gut tut. Wir sollten uns weniger mit anderen vergleichen und mehr in uns hinein zu
horchen, was wir eigentlich für uns wollen.

Im Großen und Ganzen kommt es aber auch auf die Richtige Hilfe und Unterstützung an.
Wir müssen uns einfach Unterstützung holen und diese auch nicht als etwas Negatives
sehen. Hilfe bedeutet, die Dinge etwas besser organisieren zu können und nicht zu
versagen.

Trotz des ganzen Stresses wieder zu Arbeiten mit einem Kind, und man weiß auch nicht
wie alles so funktioniert, sollte man auch nie auf sich selbst vergessen und auch einmal
für sich eine Auszeit nehmen, auch wenn diese nur ganz kurz ist.

Lehrgang: Diplomierte*r Gesundheitsmanager*in
Autor*in: Nadine A.

am 21.02.2024 von Studienberatung erstellt